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Bitcoin-Miner wechseln zu KI – auch bei steigenden Kursen
Bitcoin-Miner richten ihre Geschäftsmodelle zunehmend auf künstliche Intelligenz und High-Performance-Computing aus. Laut einem im zweiten Quartal 2026 veröffentlichten Bericht von CoinShares, der von Cryptonews.net unter Berufung auf die CoinMarketCap Academy und Ayesha Aziz aufgegriffen wurde, ist dieser Wechsel für viele Betreiber strukturell kaum noch umkehrbar.
Analyst Luke Nolan beschreibt die Verlagerung als langfristige Entscheidung. Selbst eine Erholung des Bitcoin-Kurses dürfte demnach bei Unternehmen, die bereits langfristige KI- und HPC-Verträge abgeschlossen haben, nicht automatisch zu einer Rückkehr zum Mining führen.
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Ein wesentlicher Grund liegt in der unterschiedlichen Profitabilität der Infrastruktur. CoinShares zufolge erwirtschaftet KI-Infrastruktur aktuell rund 1,5 Millionen Dollar Profit pro Megawatt, während Bitcoin-Mining im Vergleich nur etwa 500.000 Dollar erzielt.
| Bereich | Profit pro Megawatt |
|---|---|
| KI-Infrastruktur | rund 1,5 Millionen Dollar |
| Bitcoin-Mining | etwa 500.000 Dollar |
Dieser Unterschied wird im Bericht als entscheidender wirtschaftlicher Faktor für börsennotierte Mining-Unternehmen dargestellt. Bei einem solchen Ertragsgefälle würden die Betreiber laut der Meldung keine emotionale, sondern eine mathematische Entscheidung zugunsten der KI-Infrastruktur treffen.
Wie weit der Strategiewechsel bereits reicht, zeigt das Beispiel Core Scientific. Das Unternehmen zahlte fast 42 Millionen Dollar, um einen Vertrag über 15 EH/s Mining-Hardware der nächsten Generation zu kündigen.
Andere Betreiber haben laut dem Bericht bereits KI- und HPC-Leasingverträge mit Laufzeiten von 15 Jahren oder mehr unterzeichnet. Diese Vereinbarungen binden die Unternehmen langfristig an das neue Geschäftsmodell, unabhängig davon, wie sich der Bitcoin-Preis in fünf Jahren entwickelt.
Insgesamt sind mindestens 35 EH/s Rechenleistung fest dafür eingeplant, die Gruppe der börsennotierten Miner zu verlassen. Dies entspricht etwa 4,7 % der gesamten Bitcoin-Hashrate von aktuell 750 EH/s.
- Core Scientific zahlte fast 42 Millionen Dollar für die Kündigung eines Vertrags über 15 EH/s Mining-Hardware.
- KI- und HPC-Leasingverträge laufen teilweise 15 Jahre oder mehr.
- Mindestens 35 EH/s Rechenleistung sollen die börsennotierte Mining-Gruppe verlassen.
- Die genannte Rechenleistung entspricht etwa 4,7 % einer Bitcoin-Hashrate von aktuell 750 EH/s.
Zusammenfassung: CoinShares sieht den Wechsel von Bitcoin-Mining zu KI-Infrastruktur als strukturelle Neuausrichtung. Ausschlaggebend sind vor allem die deutlich höheren Profitmöglichkeiten und langfristig bindende Verträge.
Mehrere Unternehmen stellen Mining ein oder reduzieren Kapazitäten
Der Wandel ist laut Cryptonews.net bei mehreren Unternehmen bereits umgesetzt oder konkret geplant. Keel, ehemals Bitfarms, hat das Mining im Juni 2026 vollständig eingestellt.
IREN will seinen vollständigen Ausstieg bis Ende 2026 abschließen. Cipher Digital soll die Branche laut der im Bericht genannten Prognose bis Ende 2027 verlassen.
TeraWulf baut unterdessen seine verbliebene Mining-Kapazität von 145 Megawatt ab. CoinShares bewertet diese Entscheidungen als entweder vertraglich bindend oder finanziell so kostenintensiv, dass eine reine Erholung des Bitcoin-Kurses keine Rückkehr zum bisherigen Geschäftsmodell erwarten lässt.
| Unternehmen | Entwicklung |
|---|---|
| Keel, ehemals Bitfarms | Mining im Juni 2026 vollständig eingestellt |
| IREN | Vollständiger Ausstieg bis Ende 2026 geplant |
| Cipher Digital | Verlassen der Branche laut Prognose bis Ende 2027 |
| TeraWulf | Abbau der verbliebenen 145 Megawatt Mining-Kapazität |
Nicht alle börsennotierten Miner haben sich dauerhaft festgelegt. CoinShares nennt Riot, MARA, HIVE und Bitdeer als Unternehmen, die flexibel geblieben sind und keine langfristigen Infrastrukturverträge abgeschlossen haben, die eine Rückkehr zum reinen Mining verhindern würden.
Sollte der Bitcoin-Preis nachhaltig steigen, könnten diese Unternehmen ihre Mining-Kapazitäten laut dem Bericht wieder hochfahren. Ihre Position unterscheidet sich damit von Betreibern, die sich bereits durch langfristige KI- oder HPC-Verträge gebunden haben.
Zusammenfassung: Keel hat das Mining bereits beendet, während IREN, Cipher Digital und TeraWulf ihre Kapazitäten weiter zurückfahren. Riot, MARA, HIVE und Bitdeer behalten dagegen laut CoinShares größere strategische Flexibilität.
Mining-Kosten lagen im zweiten Quartal über dem Bitcoin-Preis
Die wirtschaftliche Belastung für die Miner zeigte sich im zweiten Quartal 2026 besonders deutlich. Die durchschnittlichen Cash-Kosten für die Produktion eines Bitcoin lagen laut CoinShares bei rund 75.500 Dollar.
Bitcoin beendete das Quartal dagegen bei nur 58.400 Dollar. Die meisten börsennotierten Miner produzierten damit laut der Meldung schlicht mit Verlust.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Durchschnittliche Cash-Kosten pro Bitcoin im zweiten Quartal 2026 | rund 75.500 Dollar |
| Bitcoin-Preis zum Ende des Quartals | 58.400 Dollar |
| Hash-Preis im Juni 2026 | 27,70 Dollar pro Petahash/Sekunde/Tag |
Zusätzlich fiel der monatliche durchschnittliche Hash-Preis im Juni 2026 auf ein Allzeittief von 27,70 Dollar pro Petahash/Sekunde/Tag. Der Hash-Preis beschreibt den Ertrag pro Recheneinheit und gilt damit als wichtiger Indikator für die Einnahmesituation der Miner.
Nach dem Quartalsende entspannte sich die Lage etwas. Die Erholung von Bitcoin auf rund 77.000 Dollar ließ den Hash-Preis wieder auf etwa 38 Dollar steigen, wodurch die meisten Betreiber laut dem Bericht knapp über die Gewinnschwelle zurückkehrten.
Für Unternehmen mit bereits unterschriebenen KI-Verträgen ändere diese kurzfristige Verbesserung jedoch wenig. Nach Einschätzung von CoinShares entscheiden vor allem die Laufzeit und der Umfang der Verträge darüber, ob ein Unternehmen zum Mining zurückkehren kann.
„Nicht der kurzfristige Kursverlauf entscheidet über die Rückkehr zum Mining, sondern die Laufzeit und der Umfang der bereits unterschriebenen Verträge.“
Zusammenfassung: Im zweiten Quartal 2026 lagen die durchschnittlichen Cash-Kosten von rund 75.500 Dollar je Bitcoin über dem Quartalsendkurs von 58.400 Dollar. Die spätere Erholung auf rund 77.000 Dollar verbesserte die Situation, änderte laut CoinShares jedoch nichts an langfristig gebundenen KI-Strategien.
Strukturelle Neuausrichtung der Mining-Branche
CoinShares beschreibt die Entwicklung nicht als vorübergehenden Trend, sondern als strukturelle Neuausrichtung ganzer Geschäftsmodelle. Bitcoin-Mining, das für viele Unternehmen lange das Kerngeschäft war, wird demnach zunehmend zu einem kleineren Bestandteil einer auf KI ausgerichteten Infrastrukturstrategie.
Die Kombination aus höheren Erträgen pro Megawatt, hohen Mining-Kosten, langfristigen Leasingverträgen und bereits vorgenommenen Vertragskündigungen verstärkt diese Entwicklung. Selbst ein weiter steigender Bitcoin-Kurs dürfte den Wechsel bei Unternehmen, die ihre Rechenzentren bereits umgebaut oder ihre Mining-Hardware-Verträge beendet haben, nur schwer umkehren.
Infobox: Quelle der Meldung ist Cryptonews.net. Grundlage der Darstellung ist der CoinShares Q2-2026-Mining-Report, zitiert nach CoinMarketCap Academy (Ayesha Aziz).
Sources:
















