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Bitcoin-Miner zwischen Kursdruck und steigenden lokalen Widerständen
Die Lage der Bitcoin-Miner bleibt von hohen Produktionskosten, rückläufiger Hashrate und anhaltendem Verkaufsdruck geprägt. Gleichzeitig sorgt der Ausbau energieintensiver Mining-Anlagen in ländlichen Regionen für Diskussionen über Lärm, Stromverbrauch und Infrastruktur.
JPMorgan sieht 85.000 USD als wichtige Marke für Bitcoin-Miner
Bitcoin-Miner konnten sich laut Yahoo Finanzen Deutschland in der vergangenen Woche kurzfristig erholen. Diese Erholung hielt jedoch nicht lange an. JPMorgan schätzte die Produktionskosten von Bitcoin auf etwa 85.000 USD. Der Bitcoin lag 280 Tage unter diesem Preis, wodurch die Miner keinen Gewinn erzielten.
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Anfang der betreffenden Woche stieg der Bitcoin-Kurs kurz auf 87.000 USD. Dadurch erhielten die Miner vorübergehend eine finanzielle Entlastung. In einer Mitteilung vom 23. September bezeichneten die von Nikolaos Panigirtzoglou geführten JPMorgan-Analysten die Produktionskosten als „weiche Untergrenze“ für den Markt.
Zum Zeitpunkt der Analyse notierte Bitcoin bei 85.795 USD und damit nur wenig über den von JPMorgan geschätzten Mining-Kosten von 84.948 USD. Die Marke war nach Einschätzung der Bank besonders relevant, weil Bitcoin zuvor 280 Tage unter diesem Niveau gelegen hatte. Der Zeitraum übertraf den etwa 224 Tage dauernden Rückgang beim Mining im Jahr 2018.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Geschätzte Produktionskosten laut JPMorgan | etwa 85.000 USD |
| Geschätzte Mining-Kosten in der Analyse | 84.948 USD |
| Bitcoin-Kurs zum Zeitpunkt der Analyse | 85.795 USD |
| Kurzfristiger Bitcoin-Kurs | 87.000 USD |
| Zeitraum unterhalb der Produktionskosten | 280 Tage |
| Vergleichszeitraum beim Mining-Rückgang 2018 | etwa 224 Tage |
Die Hashrate fiel laut dem Bericht etwa 19% von ihrem Höchststand im Oktober. Gleichzeitig sank die Mining-Schwierigkeit um rund 15%. Miner mit höheren Kosten schalteten Maschinen ab, nahmen ältere Geräte aus dem Betrieb und suchten nach günstigeren Stromquellen. Einige Betreiber lenkten ihre Kapazitäten auf Anwendungen im Bereich künstlicher Intelligenz um.
„Wenn sich diese neue Marktsituation hält, sollte dies den Bitcoin-Minern Erleichterung bringen und damit das Risiko für Zwangsverkäufe verringern“, schrieben Analysten bei JPMorgan.
Infobox: JPMorgan sieht die Produktionskosten von etwa 85.000 USD als kritische Marke. Ein Bitcoin-Kurs oberhalb dieses Niveaus könnte den Verkaufsdruck der Miner reduzieren, während ein Kurs darunter die wirtschaftliche Belastung erneut verschärfen würde.
Miner verkaufen weniger, übertragen aber weiterhin Coins an Börsen
Daten von CryptoQuant zeigen laut Yahoo Finanzen Deutschland, dass die stärkste Verkaufswelle im Februar stattfand. Die Zuflüsse von Minern zu Börsen erreichten damals fast 24.000 BTC.
In den darauffolgenden Monaten lagen die Spitzen niedriger. Im Juni wurden etwa 12.400 BTC registriert, im August 13.500 BTC und während der Rallye im September über 85.000 USD rund 10.000 BTC.
| Zeitraum | Miner-Zuflüsse zu Börsen |
|---|---|
| Februar | fast 24.000 BTC |
| Juni | etwa 12.400 BTC |
| August | 13.500 BTC |
| September-Rallye über 85.000 USD | rund 10.000 BTC |
Die Entwicklung stützt laut dem Bericht die Einschätzung von JPMorgan, dass der Zwangsverkaufsdruck nachlässt. Dennoch transferieren Miner weiterhin Coins an Börsen, wenn der Bitcoin-Kurs steigt. Solche Überweisungen führen nicht zwingend unmittelbar zu Verkäufen, zeigen aber, dass höhere Kurse von den Minern als Gelegenheit zur Beschaffung von Bargeld genutzt werden.
Infobox: Die Börsenzuflüsse der Miner waren im Februar am höchsten. Die späteren Spitzen fielen niedriger aus, doch Transfers an Börsen bleiben bei steigenden Bitcoin-Kursen bestehen.
Hashrate-Erholung bleibt laut Hash Ribbons fragil
Auch die Hash Ribbons von Capriole zeichnen laut Yahoo Finanzen Deutschland ein vorsichtiges Bild. Der 30-Tage-Durchschnitt der Bitcoin-Hashrate fiel von etwa 1.105 EH/s Ende 2025 auf 895 EH/s im August.
Seitdem erholte sich der Wert auf rund 947 EH/s. Damit lag er nur wenig über dem 60-Tage-Durchschnitt von 943 EH/s. Der Abstand betrug weniger als 0,5%, weshalb sich die Erholung laut Bericht leicht wieder umkehren könnte.
Der Bitcoin-Kurs lag zu diesem Zeitpunkt etwa 2,4% unter den von JPMorgan geschätzten Produktionskosten. Damit bewegte sich der Markt erneut an der kritischen Grenze, die er erst kurz zuvor überwunden hatte.
| Hashrate-Kennzahl | Wert |
|---|---|
| 30-Tage-Hashrate-Durchschnitt Ende 2025 | etwa 1.105 EH/s |
| 30-Tage-Hashrate-Durchschnitt im August | 895 EH/s |
| Erholter 30-Tage-Hashrate-Durchschnitt | rund 947 EH/s |
| 60-Tage-Hashrate-Durchschnitt | 943 EH/s |
| Abstand zwischen den Durchschnitten | weniger als 0,5% |
| Abstand des Bitcoin-Kurses zu den Produktionskosten | etwa 2,4% |
Infobox: Die Hashrate hat sich von 895 EH/s auf rund 947 EH/s erholt. Der Abstand zum 60-Tage-Durchschnitt beträgt jedoch weniger als 0,5%, während der Bitcoin-Kurs etwa 2,4% unter den geschätzten Produktionskosten liegt.
Compass Mining steht in Iowa vor einer Entscheidung über die Umwidmung
In Delaware County im US-Bundesstaat Iowa entscheidet das County Board of Supervisors über die Umwidmung eines Grundstücks für eine Bitcoin-Mining-Anlage von Compass Mining. Die Anlage liegt westlich von Hopkinton auf landwirtschaftlich genutztem Grund und soll in „Light Industrial Use“ umgewidmet werden.
Wie joinmares.com berichtet, soll das County Board of Supervisors innerhalb der nächsten 30 Tage über den Antrag abstimmen. Die County Zoning Commission empfahl bereits die Ablehnung der Umwidmung. Als Gründe wurden Lärmbelästigung und Bedenken hinsichtlich des Energieverbrauchs genannt.
Die Anlage darf während der Prüfung des Antrags weiter betrieben werden. Die Pachtgeber des Farmlands, Dan und Dale Hush, haben mit Compass Mining einen Fünfjahres-Leasingvertrag unterzeichnet. Sie betrachten die Mining-Anlage als „Gelegenheit“ und warnen davor, dass eine Ablehnung Delaware County im Wettbewerb mit benachbarten Regionen benachteiligen könnte.
Den Bedenken zum Wasser- und Stromverbrauch widersprechen die Pachtgeber. Nach ihrer Darstellung sind gefährliche Materialien im Leasingvertrag nicht zugelassen.
Ein Anwohner verglich den Lärm der Kühlgebläse mit einem Düsentriebwerk und forderte die Stilllegung der Anlage.
Infobox: Das County Board of Supervisors soll innerhalb der nächsten 30 Tage über die Umwidmung entscheiden. Die County Zoning Commission empfiehlt die Ablehnung, während die Pachtgeber wirtschaftliche Nachteile für die Region befürchten.
Anwohner kritisieren Lärm der Mining-Anlage
Die Kühlgebläse der Computeranlage sorgen laut joinmares.com für erheblichen Widerstand in der Bevölkerung. Die Anwohner Randy Fitzgerald und Amy Kropf berichten von einer dauerhaften Lärmbelästigung.
Fitzgerald beschrieb den Geräuschpegel als mit einem Düsentriebwerk vergleichbar und forderte die Stilllegung der Anlage. Kropf kritisierte den permanenten Lärm, der ihrer Darstellung zufolge die Lebensqualität beeinträchtige.
Die Auseinandersetzung verdeutlicht laut Bericht die Spannungen zwischen wirtschaftlichen Interessen und lokalen Bedürfnissen. Die Entscheidung in Delaware County könnte dabei als Präzedenzfall für die Ansiedlung von Krypto-Infrastruktur in ländlichen Regionen dienen.
Infobox: Neben dem Stromverbrauch steht vor allem der dauerhafte Lärm der Hochgeschwindigkeitslüfter im Mittelpunkt der lokalen Kritik.
Energiebedarf von Bitcoin-Mining belastet die ESG-Debatte
Bitcoin-Mining validiert Transaktionen im Bitcoin-Netzwerk und erzeugt neue Bitcoins. Dafür werden leistungsstarke ASIC-Computer eingesetzt, die im Proof-of-Work-Konsensverfahren komplexe Rechenaufgaben lösen.
Untersuchungen vergleichen den Stromverbrauch des Bitcoin-Systems mit dem Verbrauch ganzer Staaten. Eine Studie der Universität Witten/Herdecke stellte den Verbrauch dem Polens gegenüber. Die University of Cambridge schätzte den jährlichen Stromverbrauch im Mai 2022 auf das Niveau Argentiniens oder der Tschechischen Republik.
Alex de Vries vom Digiconomist bezifferte den Verbrauch im Jahr 2021 auf 77 Terawattstunden jährlich. Nach seiner Einschätzung entsprach dies etwa der Hälfte des Verbrauchs aller Rechenzentren weltweit.
Die US Energy Information Administration schätzt, dass Krypto-Mining zwischen 0,6 und 2,3 Prozent des gesamten US-Jahresstromverbrauchs ausmachen könnte. Ein hoher und unvorhersehbarer Bedarf kann lokale Stromnetze belasten und die Stromkosten für Anwohner erhöhen. Für Texas wurde in diesem Zusammenhang ein jährlicher Kostenanstieg für Anwohner von 1,8 Milliarden US-Dollar genannt.
| Quelle oder Institution | Angabe |
|---|---|
| Universität Witten/Herdecke | Verbrauch auf dem Niveau Polens |
| University of Cambridge | Verbrauch auf dem Niveau Argentiniens oder der Tschechischen Republik |
| Alex de Vries, Digiconomist | 77 Terawattstunden jährlich im Jahr 2021 |
| US Energy Information Administration | 0,6 bis 2,3 Prozent des gesamten US-Jahresstromverbrauchs |
| Texas | jährlicher Kostenanstieg von 1,8 Milliarden US-Dollar |
Neben dem Energiebedarf werden die Lärmemissionen der Hochgeschwindigkeitslüfter kritisiert. Berichten zufolge kann der Lärm kilometerweit hörbar sein. Außerdem erzeugt Bitcoin-Mining jährlich große Mengen Elektroschrott, die mit dem Niveau der Niederlande verglichen werden.
Die spezialisierten ASICs haben eine begrenzte Lebensdauer. Die Nutzung fossiler Brennstoffe zur Stromerzeugung führt zudem zu CO2-Emissionen. Eine Quelle bezifferte den CO2-Fußabdruck einer einzelnen Bitcoin-Transaktion auf 428 Kilogramm CO2.
Infobox: Die Quellen nennen für Bitcoin-Mining einen hohen Strombedarf, mögliche Belastungen für lokale Netze, Lärmemissionen, Elektroschrott und CO2-Emissionen.
Befürworter sehen Mining als flexiblen Stromabnehmer
Befürworter argumentieren laut joinmares.com, dass Mining-Anlagen flexibel auf den Strommarkt reagieren können. Sie ließen sich schnell hoch- und herunterfahren, könnten überschüssigen Strom aufnehmen und dadurch zur Stabilisierung von Stromnetzen beitragen.
Nach dieser Sichtweise könnten Mining-Anlagen die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energiequellen verbessern, insbesondere bei negativen Strompreisen. Als Beispiel wird ein Projekt von Stackforest in Melle, Niedersachsen, genannt. Dort wird überschüssiger Fotovoltaik-Strom in einer 150-kW-Mining-Anlage in nutzbare Wärme und Bitcoin umgewandelt.
Matthias Kief, der Unternehmer hinter dem Projekt, verweist auf die wirtschaftlichen Anreize dieser Verbindung von Mining und Energieverwertung.
Infobox: Befürworter sehen Mining als steuerbaren Abnehmer überschüssiger Energie. In Melle wird dafür eine 150-kW-Mining-Anlage eingesetzt, die Fotovoltaik-Strom in Wärme und Bitcoin umwandelt.
Kritiker warnen vor geringeren Anreizen für Netzausbau und Speicher
Kritiker halten die Vorteile der flexiblen Stromnutzung laut joinmares.com für kurzfristig. Maximilian Gill von der Universität Witten/Herdecke warnt, dass die Nutzung überschüssiger Energie für Mining den Druck verringern könnte, in Speichertechnologien und den Ausbau von Stromnetzen zu investieren.
Dies könne die Energiewende langfristig verzögern. Die Debatte betrifft damit nicht nur den aktuellen Energieverbrauch der Anlagen, sondern auch die Frage, ob Mining Investitionen in langfristige Infrastruktur ersetzen oder ergänzen soll.
Elon Musk äußerte 2021 Bedenken über den steigenden Einsatz fossiler Brennstoffe beim Bitcoin-Mining. In diesem Zusammenhang setzte er Bitcoin-Zahlungen für Tesla vorübergehend aus.
Infobox: Kritiker sehen das Risiko, dass Mining kurzfristige Lösungen für überschüssige Energie attraktiver macht und dadurch der Druck für Speichertechnologien und Netzausbau sinkt.
Politische Debatte über den Betrieb von Mining-Anlagen
Die Diskussion in Iowa besitzt laut joinmares.com auch eine politische Dimension. Der Satoshi Action Fund veröffentlichte einen Gesetzesentwurf, der früher „Right to Mine“ hieß und nun „Blockchain Basics“ genannt wird.
Der Entwurf sieht unter anderem vor, Kommunen das Erlassen von Bebauungs- und Lärmschutzverordnungen für Krypto-Mining-Operationen zu verbieten. Außerdem soll die Aufsicht von Versorgungsregulierungsbehörden eingeschränkt werden.
Mandy DeRoche von Earthjustice kritisiert die mangelnde Transparenz beim Energieverbrauch der Mining-Industrie. Joseph DeCarolis von der EIA betont die Dringlichkeit, verlässliche Daten zu diesem sich schnell verändernden Thema zu gewinnen.
Infobox: Im Mittelpunkt der politischen Auseinandersetzung stehen kommunale Bau- und Lärmschutzregeln, die Aufsicht von Versorgungsregulierungsbehörden und die Transparenz beim Energieverbrauch.
Proof-of-Stake und Tauchkühlung als alternative Ansätze
Andere Kryptowährungen wie Ethereum planen laut joinmares.com den Umstieg von Proof-of-Work auf Proof-of-Stake. Nach Angaben der Quellen würde dies den Energieverbrauch um mehr als 99,9 Prozent reduzieren.
Darüber hinaus prognostiziert Denis Rusinovich eine Entwicklung hin zur Tauchkühlung von Mining-Hardware. Bei diesem Verfahren werde die Abwärme nicht in die Luft abgegeben, sondern könne beispielsweise für Fischfarmen oder zum Heizen genutzt werden.
Diese Ansätze sollen den Energieverbrauch beziehungsweise die Nutzung der entstehenden Wärme in den Mittelpunkt rücken. Ihre Bedeutung wird im Bericht insbesondere für die Akzeptanz und Nachhaltigkeit der Branche hervorgehoben.
Infobox: Der Wechsel von Proof-of-Work zu Proof-of-Stake soll den Energieverbrauch nach Angaben der Quellen um mehr als 99,9 Prozent reduzieren. Tauchkühlung könnte Abwärme für Fischfarmen oder zum Heizen nutzbar machen.
Delaware County als möglicher Präzedenzfall
Die Entscheidung des County Board of Supervisors in Delaware County wird laut joinmares.com mit Spannung erwartet. Die Ablehnungsempfehlung der County Zoning Commission zeigt den bestehenden Widerstand gegen die aktuelle Betriebspraxis der Anlage.
Unabhängig vom Ausgang des Verfahrens verdeutlicht die Debatte die wachsende Spannung zwischen den wirtschaftlichen Potenzialen der Krypto-Technologie und ihren Umweltauswirkungen. Kommunen müssen sich mit Landnutzung, Umweltauflagen und Energiepolitik auseinandersetzen, wenn Mining-Anlagen im ländlichen Raum angesiedelt werden.
Offen bleibt, ob Gesetze wie „Right to Mine“ regional oder national durchgesetzt werden. Die Entwicklung hin zu energieärmeren Konsensmechanismen und integrierten Lösungen zur Wärmenutzung wird von Beobachtern als relevant für die Akzeptanz und Nachhaltigkeit der Branche betrachtet.
Investoren und Technologieanbieter beobachten die Entwicklung, weil die Entscheidungen über Energieversorgung, Lärmschutz und Landnutzung die Rahmenbedingungen für künftige Investitionen im Mining-Sektor beeinflussen.
Infobox: Der Fall in Delaware County verbindet Fragen zu Lärm, Energieverbrauch, Landnutzung und Regulierung. Der Ausgang kann die Debatte über Krypto-Infrastruktur in ländlichen Regionen beeinflussen.
Sources:














