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Bitcoin-Hashrate bleibt trotz Rally 316 Tage unter dem Rekord
Die Sieben-Tage-Durchschnittshashrate des Bitcoin-Netzwerks liegt seit 316 Tagen unter ihrem bisherigen Rekord. Am 31. August notierte sie bei rund 914 Exahash pro Sekunde (EH/s) und damit 20,6 Prozent unter dem Oktober-2025-Hoch von 1.151,6 EH/s, berichtet 99Bitcoins.
Die Entwicklung gilt als mehr als eine technische Randnotiz, weil ein Teil der abgeschalteten Mining-Kapazität offenbar dauerhaft in KI- und HPC-Nutzung abwandert. Damit kehrt diese Rechenleistung trotz steigender Bitcoin-Preise nicht automatisch in das Mining zurück.
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„Die längste Flaute seit einem Jahrzehnt“
Die 316 Tage ohne ein neues Hashrate-Hoch markieren laut der von 99Bitcoins herangezogenen Blockchain.com-Zehnjahresreihe die längste vergleichbare Phase seit einem Jahrzehnt. Der bisherige Höchstwert für eine solche Phase lag bei 252 Tagen.
Vorausgegangen waren Monate schwacher Mining-Ökonomie, sommerliche Stromdrosselungen und die schrittweise Verlagerung einzelner Betreiber in Richtung künstlicher Intelligenz und High-Performance Computing. Die Difficulty lag nach Schätzungen von VanEck 18,3 Prozent unter ihrem November-2025-Hoch, was den größten Rückgang seit dem chinesischen Mining-Verbot 2021 darstellt.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Hashrate am 31. August | rund 914 EH/s |
| Oktober-2025-Hoch | 1.151,6 EH/s |
| Abstand zum Rekord | 20,6 Prozent |
| Längste vergleichbare Phase | 316 Tage |
| Bisheriger Höchstwert | 252 Tage |
| Rückgang der Difficulty gegenüber dem November-2025-Hoch | 18,3 Prozent |
Am 8. August stieg die Difficulty erstmals wieder um 1 Prozent, fiel am 23. August jedoch erneut um 1,31 Prozent. Hashrate Index meldete zum 31. August eine Hashrate von 915 EH/s, ein Plus von 3,3 Prozent gegenüber 886 EH/s eine Woche zuvor.
Gleichzeitig kletterte der Hashprice auf 39,36 US-Dollar je Petahash pro Tag und lag damit über dem 30-Tage-Durchschnitt von 34,63 US-Dollar. Die Blöcke wurden im Schnitt alle 9 Minuten und 56 Sekunden gefunden und damit nahezu exakt im 10-Minuten-Ziel des Protokolls.
Infobox: Die Bitcoin-Hashrate blieb laut 99Bitcoins 316 Tage unter 1.151,6 EH/s. Trotz einer zwischenzeitlichen Erholung auf 915 EH/s am 31. August ist der Abstand zum Rekord weiterhin mit 20,6 Prozent angegeben.
Bitcoin-Rally und Hashrate entwickeln sich gegenläufig
Normalerweise erhöht ein steigender Bitcoin-Preis den Dollarwert der Blocksubvention und kann dadurch unwirtschaftlich gewordene Mining-Maschinen zurück ans Netz locken. Zwischen Ende Juni und Ende August stieg Bitcoin jedoch um 34,9 Prozent und erreichte zeitweise mehr als 81.000 US-Dollar, während die Hashrate im selben Zeitraum um 10,1 Prozent sank.
Nach dem zugrunde liegenden Datenmaterial war diese gegenläufige Bewegung erst die zweite ihrer Art seit 2012. 99Bitcoins führt als wesentlichen Unterschied an, dass Strom- und Rechenzentrumskapazität, die an langfristige KI-Kunden gebunden wurde, nicht ohne Weiteres wieder für das Bitcoin-Mining eingesetzt werden kann.
Die schwache Hashrate wird zugleich nicht ausschließlich mit der Verlagerung in KI- und HPC-Anwendungen erklärt. Saisonale Drosselungen, insbesondere in Texas, sowie die Abschaltung ineffizienter Flotten trugen ebenfalls zur Entwicklung bei.
- Bitcoin stieg zwischen Ende Juni und Ende August um 34,9 Prozent.
- Die Hashrate fiel im selben Zeitraum um 10,1 Prozent.
- Bitcoin erreichte zeitweise mehr als 81.000 US-Dollar.
- Die gegenläufige Bewegung war laut dem Datenmaterial erst die zweite seit 2012.
- Saisonale Drosselungen, insbesondere in Texas, beeinflussten die Mining-Kapazität.
Infobox: Die Preisrally führte nicht zur erwarteten Rückkehr stillgelegter Mining-Kapazität. Als Gründe nennt 99Bitcoins langfristige KI-Verträge, saisonale Drosselungen und die Abschaltung ineffizienter Mining-Flotten.
Twenty One Capital spricht von wirtschaftlichem Hashrate-Bärenmarkt
Raphael Zagury, CEO von Twenty One Capital, ordnet die anhaltende Schwäche als Bitcoins ersten nachhaltigen wirtschaftlichen Hashrate-Bärenmarkt ein. Die Besonderheit dieser Phase liegt laut 99Bitcoins darin, dass sie nicht von fallenden Preisen begleitet wird.
Die Einordnung erfolgt vielmehr trotz einer deutlichen Rally und trotz sinkender Difficulty. Historisch sind dies Bedingungen, unter denen sich das Netzwerk besonders schnell erholen konnte.
Für Miner bedeutet die Entwicklung, dass bessere Margen allein möglicherweise nicht ausreichen, um jede stillgelegte Maschine zurückzuholen. Ein Teil der Infrastruktur ist bereits vertraglich anderweitig gebunden und steht dem Bitcoin-Mining deshalb nicht kurzfristig zur Verfügung.
„Bessere Margen allein reichen nicht mehr aus, um jede stillgelegte Maschine zurückzuholen, wenn ein Teil der Infrastruktur bereits vertraglich anderweitig gebunden ist.“
Infobox: Nach der Einschätzung von Raphael Zagury handelt es sich um den ersten anhaltenden wirtschaftlichen Hashrate-Bärenmarkt von Bitcoin. Ausschlaggebend ist, dass die Schwäche trotz steigender Preise und sinkender Difficulty anhält.
Mining-Unternehmen zwischen Bitcoin und KI-Rechenzentren
Als nächste wichtige Marke gilt laut 99Bitcoins die Frage, ob Hashrate und Difficulty ausreichen, um den Rekord vom späten 2025 wieder zu erreichen. Gleichzeitig bleibt offen, ob ein wachsender Teil der Kapazität dauerhaft in Compute-Geschäfte abwandert.
IREN reduzierte seine installierte Self-Mining-Kapazität von 50 EH/s im Juni 2025 auf 23,2 EH/s im Juni 2026. Ende Juni liefen bei IREN bereits rund 40 Megawatt AI-Cloud-Kapazität.
TeraWulf meldete für Juli 102 Megawatt energisierte Critical-IT-Kapazität neben 145 Megawatt bestehender Bitcoin-Mining-Kapazität. Das Unternehmen verfügt damit laut der Quelle sowohl über Rechenzentrumskapazität als auch über eine bestehende Bitcoin-Mining-Infrastruktur.
| Unternehmen | Entwicklung |
|---|---|
| IREN | Self-Mining-Kapazität von 50 EH/s im Juni 2025 auf 23,2 EH/s im Juni 2026 reduziert |
| IREN | Rund 40 Megawatt AI-Cloud-Kapazität liefen Ende Juni |
| TeraWulf | 102 Megawatt energisierte Critical-IT-Kapazität im Juli |
| TeraWulf | 145 Megawatt bestehende Bitcoin-Mining-Kapazität |
| Riot | Eingesetzte Kapazität von 38,5 auf 44,4 EH/s erhöht |
| Riot | 25 Megawatt Critical-IT-Kapazität ausgeliefert |
| MARA | 70,3 EH/s energisierte Hashrate zum 30. Juni |
Nicht alle Betreiber ziehen sich aus dem Mining zurück. Riot erhöhte seine eingesetzte Kapazität von 38,5 auf 44,4 EH/s und lieferte parallel 25 Megawatt Critical-IT-Kapazität aus, während MARA zum 30. Juni eine energisierte Hashrate von 70,3 EH/s meldete.
Die Branche bleibt damit zwischen drei Geschäftsmodellen aufgeteilt. Einige Miner rüsten weiter auf, andere widmen ihre Infrastruktur in Richtung Rechenzentrumskapazität für KI-Kunden um, und weitere Unternehmen versuchen, Bitcoin-Mining und KI-orientierte Rechenzentrumsgeschäfte gleichzeitig zu betreiben.
- Ein Teil der Unternehmen baut die Bitcoin-Mining-Kapazität weiter aus.
- Ein Teil verlagert Infrastruktur dauerhaft in Richtung KI- und HPC-Anwendungen.
- Ein Teil verfolgt parallel Bitcoin-Mining und Rechenzentrumsgeschäfte.
Infobox: IREN reduzierte seine Self-Mining-Kapazität auf 23,2 EH/s, während Riot seine eingesetzte Kapazität auf 44,4 EH/s erhöhte. TeraWulf und Riot meldeten zugleich erhebliche Critical-IT-Kapazitäten, was die zunehmende Aufteilung der Branche zwischen Mining und KI-Rechenzentren zeigt.
Sources:














