Poolin-Insolvenz, Mining-Druck und Kasachstans geplante Bitcoin-Reserve
Autor: Mining Provider Editorial Staff
Veröffentlicht:
Kategorie: News
Zusammenfassung: Poolin filed for Chapter 11 to sell its West Texas mining sites, while miners increasingly prioritize treasury management, capital discipline, and growth.
Poolin meldet Insolvenz nach Chapter 11 an
Der frühere Bitcoin-Mining-Pool Poolin hat am 22. Juli in New Jersey Insolvenzschutz nach Chapter 11 beantragt. Gemeinsam mit den US-Tochtergesellschaften Lonestar Dream und Lonestar Taproot strebt das Unternehmen den gerichtlichen Verkauf seiner Mining-Standorte in Westtexas an, statt eine Reorganisation durchzuführen.
Im Insolvenzantrag werden Verbindlichkeiten zwischen 100 Millionen USD und 500 Millionen USD genannt, während sich die Vermögenswerte auf höchstens 10 Millionen USD belaufen. Chief Restructuring Officer Michael DuFrayne bezifferte die Verbindlichkeiten vor dem Antrag auf etwa 173,1 Millionen USD, davon entfielen etwa 163,7 Millionen USD auf Schuldscheine gegenüber Poolin-Wallet-Kunden.
Die Standorte in Pyote und Tarbush stellten ihren Mining-Betrieb am 10. Juli ein. Für beide Standorte liegt ein Erstgebot von 52 Millionen USD durch Thor CALAP LLC vor, das als Mindestgebot für die Auktion dient und den größten Teil der Vermögenswerte des Unternehmens betrifft.
Poolin wurde 2017 in China gegründet und war im September 2019 weltweit der größte Bitcoin-Mining-Pool. Nach Angaben von Glassnode erreichte der Anteil am globalen Hashrate im Jahr 2019 etwa 18-20 Prozent. Der geschätzte Hashrate-Anteil von Poolin liegt seit mehreren Jahren effektiv bei null.
Bereits im September 2022 hatte Poolin Wallet die Auszahlungen vollständig ausgesetzt. Davon waren etwa 11.700 Nutzer mit Guthaben über 100 USD betroffen; das Unternehmen gab rund 163,7 Millionen USD in Form von IOU-Token aus. Co-Gründer Kevin Pan erklärte damals, Poolin sei „mit Liquiditätsproblemen konfrontiert“, betonte jedoch, dass die Gelder der Nutzer sicher seien.
Die Krise wird in den Quellen mit dem Mining-Verbot in China im Jahr 2021, dem Markteinbruch im Jahr 2022 sowie Verzögerungen bei Genehmigungen für den Netzanschluss des geplanten Ausbaus in Texas in Verbindung gebracht. Für die zum Verkauf stehenden Energie-Assets interessieren sich neben Bitcoin-Minern auch Betreiber aus den Bereichen Künstliche Intelligenz und Hochleistungsrechnen; Berater kontaktierten mehr als 335 potenzielle Käufer, woraufhin 28 Verschwiegenheitsvereinbarungen und sieben Absichtserklärungen abgeschlossen wurden.
Die Branchenentwicklung verschärft den Druck auf Mining-Unternehmen. Laut VanEck verkauften gelistete Miner in diesem Jahr mehr als 15.000 BTC aus ihren Beständen, um Investitionen in KI und HPC zu finanzieren. Zu den genannten Verkäufern gehören Bitdeer, Bitfarms, Core Scientific, Riot und MARA Holdings.
Die Netzwerk-Schwierigkeit fiel seit Juni um 8,48% von 138,96 Billionen auf 127,17 Billionen am 11. Juli. Gleichzeitig sank die gesamte Bitcoin-Hashrate um etwa 13% von 1,03 Zetahash/Sekunde auf 883 Exahash/Sekunde.
Der Hashprice lag am 11. Juli bei etwa 31,10 USD je Petahash und damit rund 37% unter dem Höchstwert von 49,40 USD im Oktober 2025. Im laufenden Monat wurde zugleich eine Erholung um 12,5% verzeichnet. Bitcoin lag am Freitag bei etwa 65.069 USD, 0,8% niedriger innerhalb von 24 Stunden und etwa 45% höher als im vergangenen Jahr.
VanEck zufolge hielten Miner weiterhin etwa 1,785 Millionen BTC, also auf dem Niveau des Vorjahres. Dieses Muster wird als Hinweis auf einen stetigen Verkauf neu geminter Coins und nicht auf eine vollständige Aufgabe der Branche beschrieben.
„Mit Liquiditätsproblemen konfrontiert“ – Poolin-Co-Gründer Kevin Pan, laut Cryptonews.net.
Zusammenfassung: Poolin beantragte am 22. Juli Chapter-11-Insolvenzschutz. Im Mittelpunkt steht ein Verkauf der Westtexas-Standorte auf Basis eines 52 Millionen USD hohen Erstgebots; zugleich verschiebt sich Mining-Kapazität zunehmend in Richtung KI und HPC.
Bitcoin-Management gewinnt nach dem Halving an Bedeutung
CoinRabbit und GoMining haben einen Bericht zur Rentabilität des Bitcoin-Minings veröffentlicht. Nach Darstellung von Brave New Coin wird darin hervorgehoben, dass die Verwaltung der geschürften Bitcoins genauso wichtig wird wie deren Produktion.
Der Bericht beschreibt ein verändertes Umfeld nach dem Halving. Die Blockbelohnung wurde auf 3.125 BTC reduziert, während die Netzwerk-Schwierigkeit nahezu Rekordwerte erreicht hat. Dadurch reiche operative Effizienz allein nicht mehr aus, um mit den geringeren Margen umzugehen.
Als entscheidend gelten ein optimiertes Treasury-Management, disziplinierte Kapitalverwendung und langfristige Anlagestrategien. Die nächste Phase des Minings werde laut Bericht von intelligenterer Kapitalallokation und langfristigem Vertrauen in Bitcoin geprägt.
Der Bericht nennt vier zentrale Säulen für die Mining-Effizienz:
- Betriebskosteneffizienz: Kostengünstige Energiebeschaffung, hohe Verfügbarkeit, effiziente Kühlung und disziplinierte Wartung sollen die Produktionskosten und die Wettbewerbsfähigkeit bestimmen.
- Besicherung der Liquidation: Statt neu geschürfte Bitcoins zur Deckung laufender Kosten zu verkaufen, können Betreiber sie als Sicherheiten verwenden und damit Eigentum sowie eine mögliche langfristige Wertsteigerung behalten.
- Operative Liquidität und Steuern: Bitcoin-besicherte Kredite sollen Betriebskosten wie Strom, Hosting und Gehälter abdecken können, ohne steuerpflichtige Umsätze zu erzeugen. Die Abzugsfähigkeit von Betriebsausgaben bleibt dabei erhalten.
- Langfristige Vision und Kapitaldisziplin: Betreiber sollen Bitcoin über Marktzyklen hinweg halten und bei passenden Gelegenheiten in Hardware-Upgrades reinvestieren, um Notverkäufe in Abschwungphasen zu vermeiden.
Walter Barrett, Chief Strategy & Growth Officer bei CoinRabbit, erklärte, langfristiger Erfolg beruhe auf der Überzeugung von den gehaltenen Vermögenswerten und der Disziplin, diese über verschiedene Marktzyklen zu managen. Jeremy Dreier, Chief Business Development Officer bei GoMining und Geschäftsführer von GoMining Institutional, bezeichnete Disziplin nach dem Halving als entscheidend und verwies auf Investitionen in die Mining-Flotte, wenn die Hash-Rate bei niedrigem Bitcoin-Kurs günstig gesteigert werden könne.
„Nach dem Halving ist Disziplin entscheidend.“ – Jeremy Dreier, GoMining, laut Brave New Coin.
GoMining betreut nach Angaben des Berichts 5 Millionen Nutzer und zählt gemessen an der Hashrate zu den zehn größten Bitcoin-Minern weltweit. Das Unternehmen betreibt Rechenzentren in den USA und international.
Zusammenfassung: Der Bericht von CoinRabbit und GoMining stellt Treasury-Management, Liquidität, Kapitaldisziplin und langfristiges Halten neben der operativen Mining-Effizienz in den Mittelpunkt. Die Blockbelohnung liegt nach dem Halving bei 3.125 BTC.
Cleanspark baut Umsatz und Mining-Leistung aus
Der US-Bitcoin-Miner Cleanspark Inc. hat seinen Wachstumskurs nach Darstellung von Ad-hoc-news.de fortgesetzt. Im Geschäftsjahr 2023 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von rund 168 Millionen US-Dollar, nach etwa 100 Millionen US-Dollar im Geschäftsjahr 2022; dies entspricht einem Plus von gut 68 Prozent.
Cleanspark betreibt mehrere Bitcoin-Mining-Standorte in den USA und setzt auf kostengünstige Energieversorgung sowie moderne Mining-Hardware. Im Verlauf des Kalenderjahres 2023 und Anfang 2024 stieg die installierte Hashrate auf deutlich über 10 Exahash pro Sekunde, nachdem sie im Jahr 2022 noch bei rund 5 bis 6 Exahash gelegen hatte.
Die monatliche Bitcoin-Produktion lag in Spitzenmonaten 2023 und in den ersten Monaten 2024 bei deutlich über 600 bis 700 Bitcoin. Im Jahr 2022 erreichte sie teilweise nur etwa 300 bis 400 Bitcoin pro Monat. Je nach Monat erhöhte Cleanspark die Bitcoin-Fördermenge damit um rund 80 bis 100 Prozent.
Parallel zur Umsatzsteigerung reduzierte das Unternehmen den bereinigten EBITDA-Verlust deutlich und optimierte operative Kosten sowie Energieeinsatz. Die Expansion wurde durch operativen Cashflow und ausgewählte Finanzierungsmaßnahmen gestützt; die Gesamtverschuldung im Verhältnis zur Marktkapitalisierung blieb laut Quelle moderat.
Die Marktkapitalisierung lag zeitweise im Jahr 2024 bei deutlich über 1 Milliarde US-Dollar, während sie im Crypto-Winter 2022 deutlich niedriger gewesen war. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Entwicklung der Bitcoin-Bestände auf der Bilanz: Nachdem Cleanspark in der Vergangenheit einen Teil der geminten Bitcoin relativ kurzfristig verkauft hatte, wurden im Geschäftsjahr 2023 verstärkt Bestände gehalten.
Die Expansionsstrategie umfasst den Erwerb und Ausbau bestehender Rechenzentren sowie die Entwicklung neuer Standorte. Langfristige Stromverträge, Standortauswahl und moderne ASIC-Miner sollen dazu beitragen, die Produktionskosten pro Bitcoin zu senken. Im Jahr 2023 und im ersten Halbjahr 2024 investierte Cleanspark mehrere hundert Millionen US-Dollar in neue Hardware und Infrastruktur.
Für die Ertragsentwicklung bleibt der Bitcoin-Preis ein entscheidender Faktor. Steigende Kurse können zusätzliche Exahash in höhere Erträge übersetzen, während bei niedrigeren Kursen die Stromkosten und die übrige Kostenstruktur darüber entscheiden, ob das Mining kostendeckend oder profitabel bleibt.
Auch regulatorische und energiebezogene Fragen stehen im Fokus. Cleanspark betont, dass ein wesentlicher Teil der eingesetzten Energie aus vergleichsweise günstigen und teilweise nachhaltigen Quellen stammt, darunter überschüssige oder lokal besonders preiswerte Stromproduktion. Strengere Regulierung könnte zusätzliche Kosten verursachen, zugleich aber kleinere Wettbewerber unter Druck setzen.
| Unternehmen | Cleanspark Inc. |
| ISIN | US18452B2097 |
| Ticker | CLSK |
| Handelsplatz | NASDAQ |
| Kurs (Stand 30.06.2024) | 16,00 US-Dollar |
| Marktkapitalisierung (Stand 30.06.2024) | 1,20 Milliarden US-Dollar |
| Sektor / Branche | Kryptowährungen / Blockchain-Infrastruktur |
| Indexzugehörigkeit | kein bedeutender Leitindex |
| Nächstes Earnings-Datum | nicht offiziell terminiert |
Die CLSK-Aktie wird an der NASDAQ in US-Dollar gehandelt und reagiert laut Quelle stark auf die Entwicklung des Bitcoin-Preises, der Mining-Leistung und der erwarteten Erträge. Ein steigender Bitcoin-Kurs kann den Wert der gehaltenen Bitcoin und der erwarteten Mining-Erträge erhöhen; ein deutlicher Rückgang kann dagegen die Marge und den Aktienkurs belasten.
Zusammenfassung: Cleanspark steigerte den Umsatz im Geschäftsjahr 2023 auf rund 168 Millionen US-Dollar und erhöhte die Hashrate auf deutlich über 10 Exahash pro Sekunde. Die CLSK-Aktie wird an der NASDAQ gehandelt und lag am 30.06.2024 bei 16,00 US-Dollar.
Kasachstan plant strategische Bitcoin-Reserve
Kasachstan hat Vorschriften für das sogenannte strategische Digital-Mining verabschiedet. Grundlage ist die Regierungsverordnung Nr. 638, die am 1. August 2026 in Kraft treten soll und den Aufbau einer staatlichen Krypto-Reserve unterstützen soll.
Teilnehmende Unternehmen erhalten Zugang zu regulierten Stromkontingenten. Die Preise dürfen die staatlich festgelegten Höchsttarife für Stromerzeuger nicht überschreiten. Im Gegenzug müssen die Miner zehn Prozent der nach Strom- und Übertragungskosten verbleibenden $BTC an den Astana Hub abführen.
Die Zahlung ist jeweils bis zum 25. des Folgemonats fällig. Der Astana Hub, Kasachstans staatlich gefördertes Technologie- und Innovationszentrum, fungiert als zentrale Plattform für die Übertragung der digitalen Vermögenswerte, bevor diese in die staatliche Reserve übergehen.
Das Programm richtet sich ausschließlich an große Mining-Betreiber. Voraussetzung sind eigene Rechenzentren mit mindestens 150 Megawatt Kapazität sowie Geräte mit einer Rechenleistung von mindestens 150 Terahashes pro Sekunde.
Weitere technische und betriebliche Vorgaben umfassen eine Anbindung über Umspannwerke ab 35 Kilovolt, mindestens ein Megawatt genehmigte Anschlussleistung, zwei Internetverträge, ein Reparaturzentrum, Fachpersonal und keine offenen Steuerschulden. Nach der behördlichen Prüfung entscheidet eine Kommission über die Zulassung.
Genehmigte Unternehmen müssen Verträge mit dem Astana Hub und einem Stromerzeuger abschließen. Die Vertragslaufzeit kann bis zu zehn Jahre betragen. Zum Start stehen 300 Megawatt aus dem Kraftwerk Ekibastuz GRES-1 bereit.
Teilnehmer müssen für das strategische Mining eine eigene $BTC-Wallet eröffnen und die Aktivitäten getrennt vom gewöhnlichen Mining dokumentieren. Zusätzlich ist jedes Jahr bis zum 1. April eine unabhängige Prüfung vorgeschrieben. Klassisches Mining bleibt erlaubt, sofern Stromverbrauch und geschürfte Vermögenswerte separat erfasst werden.
Die übertragenen Vermögenswerte werden von der National Investment Corporation unter Aufsicht der Nationalbank von Kasachstan verwaltet. Sie sollen den Grundstock der geplanten strategischen Krypto-Reserve des Landes bilden.
Die staatliche Initiative steht im Zusammenhang mit Kasachstans Zusammenarbeit mit Binance und dessen Gründer Changpeng Zhao. Im Jahr 2022 vereinbarten beide Seiten eine strategische Zusammenarbeit beim Aufbau eines regulierten Kryptomarktes und eines regionalen Blockchain-Hubs. Im Oktober 2025 traf Präsident Kassym-Jomart Tokajew erneut mit CZ zusammen; dabei ging es unter anderem um den Ausbau des Kryptosektors, neue Blockchain-Initiativen und den Alem Crypto Fund.
| Inkrafttreten der Regierungsverordnung Nr. 638 | 1. August 2026 |
| Abgabe der verbleibenden $BTC | zehn Prozent |
| Fälligkeit der Zahlung | bis zum 25. des Folgemonats |
| Mindestkapazität der Rechenzentren | 150 Megawatt |
| Mindest-Rechenleistung der Geräte | 150 Terahashes pro Sekunde |
| Startkapazität aus Ekibastuz GRES-1 | 300 Megawatt |
| Maximale Vertragslaufzeit | zehn Jahre |
Zusammenfassung: Kasachstan verlangt von Teilnehmern am strategischen Mining zehn Prozent der nach Strom- und Übertragungskosten verbleibenden $BTC. Das Programm soll am 1. August 2026 starten und mit 300 Megawatt aus dem Kraftwerk Ekibastuz GRES-1 beginnen.
Sources:
- Einst weltgrößter Bitcoin-Mining-Pool Poolin stellt Insolvenzantrag nach Chapter 11
- Poolin war der größte Bitcoin-Mining-Pool und meldet nun Insolvenz an
- CoinRabbit- und GoMining-Bericht: Bitcoin-Management ist wichtiger als das Mining-Volumen
- Die CLSK-Aktie profitiert vom starken Wachstum des Bitcoin-Minings
- Kasachstan baut Bitcoin-Reserve auf: Miner müssen 10 % ihrer Erträge abgeben