Bitcoin Suisse: Bitcoin ersetzt Anleihen zunehmend in Portfolios

Autor: Mining Provider Editorial Staff

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Kategorie: News

Zusammenfassung: Bitcoin Suisse sees Bitcoin increasingly replacing bonds as portfolio diversification weakens, while Ethereum remains included but has underperformed expectations.

Bitcoin Suisse: Bitcoin ersetzt im Portfolio zunehmend Anleihen

Der «Crypto Wealth Management Report 2026» von Bitcoin Suisse stellt Bitcoin und Ethereum in den Mittelpunkt der Portfolioanalyse. Wie tippinpoint.ch am 11.09.2026 berichtet, wurden die beiden Kryptowährungen mit Aktien, Anleihen und Gold verglichen, während andere Kryptowährungen wegen ihrer noch geringen Reife für ein durchschnittliches Depot nicht berücksichtigt wurden.

Dominic Weibel, Head of Research bei Bitcoin Suisse, geht davon aus, dass Bitcoin den Kurstiefpunkt nach dem jüngsten Aufschwung bereits hinter sich gelassen haben könnte. Zugleich betonte er, dass Mining nicht mehr der zentrale Treiber des Sektors sei. Der aktuelle Zyklus unterscheide sich damit von früheren Phasen, in denen die Kursentwicklung breiter auf den gesamten Kryptomarkt übergegriffen habe.

«Doch Mining ist nicht mehr der zentrale Treiber des Sektors», sagte Dominic Weibel laut tippinpoint.ch.

Infobox: Bitcoin Suisse konzentriert sich im Report auf Bitcoin und Ethereum im Portfoliokontext. Mining gilt laut Dominic Weibel nicht mehr als zentraler Treiber des Sektors.

Debasement Trade rückt Bitcoin erneut in den Fokus

Als wesentlichen Grund für die Wiederentdeckung von Bitcoin nennt Bitcoin Suisse den sogenannten Debasement Trade. Damit ist die Umschichtung aus klassischen, staatlich gelenkten Währungen in knappe Sachwerte und alternative Vermögenswerte gemeint, mit der sich Investoren gegen eine Entwertung des Geldes schützen wollen.

Auslöser sei laut dem Bericht eine Ankündigung von US-Finanzminister Scott Bessent vor zwei Wochen gewesen. Er wolle die Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen mindestens verdoppeln, von 2 auf über 4 Milliarden Dollar je Operation. Gleichzeitig seien die US-Schulden erstmals auf über 40 Billionen Dollar gestiegen. Der Markt habe darin vor allem das Signal gesehen, dass Washington das Defizit nicht senke, sondern zusätzliche Liquidität bereitstelle.

AngabeWert
Rückkäufe langlaufender US-Staatsanleihen zuvor2 Milliarden Dollar je Operation
Geplante Rückkäufeüber 4 Milliarden Dollar je Operation
US-Schuldenüber 40 Billionen Dollar

Infobox: Bitcoin Suisse führt die neue Aufmerksamkeit für Bitcoin unter anderem auf Sorgen über Geldentwertung, hohe US-Schulden und zusätzliche Liquidität zurück.

AI-Boom birgt Risiken für Anlegerkapital

Im Report richtet Bitcoin Suisse den Blick besonders auf den AI-Trade, also den Aktien-Hype rund um künstliche Intelligenz. Der Bericht warnt davor, technologischen Erfolg mit Anlageerfolg gleichzusetzen. Selbst wenn sich viele AI-Anwendungen durchsetzen, könne ein Absturz zu einer Vernichtung von Anlegerkapital führen, die mit dem Platzen der Dotcom-Blase vergleichbar sei.

Nach Darstellung von Bitcoin Suisse übersteigen die Investitionen in Teilen des AI-Ökosystems inzwischen die Innenfinanzierungskraft. Gigantische IPOs stünden bevor, während auch die grössten Technologiekonzerne kapitalhungriger würden. Nach Jahren, in denen Aktienrückkäufe kontinuierlich Aktien vom Markt genommen hätten, rücke nun wieder die Verwässerung in den Vordergrund.

Unternehmen investierten in Ausrüstungen, die sie nicht mehr aus dem Cashflow finanzieren könnten und deren Lebensdauer teilweise nur fünf Jahre betrage. Zur Finanzierung verschuldeten sie sich langfristig am Anleihenmarkt. Dabei konkurrierten sie mit US-Staatsanleihen, die wegen der hohen Verschuldung ebenfalls in grosser Zahl auf den Markt kämen.

Zusätzlichen Druck erzeuge der Wettbewerb mit chinesischen Produkten. Die teuer erworbene AI-Infrastruktur der US-Anbieter konkurriere mit chinesischen Produkten, die viel günstiger und ähnlich leistungsstark seien.

«Die Verwundbarkeit liegt daher weniger in der Nachfrage nach KI selbst als in der Ökonomie und Kreditstruktur dahinter», heisst es laut tippinpoint.ch im Report.

Infobox: Bitcoin Suisse sieht die Risiken des AI-Trades vor allem in der Finanzierung, der Verschuldung, möglichen Verwässerungen und der Wirtschaftlichkeit der Infrastruktur.

Bitcoin profitiert von Knappheit und geringerer Volatilität

Bitcoin Suisse spricht von einer Knappheit harter Vermögenswerte, zu denen neben Gold insbesondere Bitcoin gezählt wird. Die aktuelle Erholung von Bitcoin habe im Vergleich zu früheren Aufschwüngen deutlich an Qualität gewonnen, weil sich das Kapital auf eine engere Auswahl glaubwürdiger Krypto-Assets konzentriere und nicht den gesamten Markt anhebe.

Die Volatilität von Bitcoin sei zuletzt unter jene der grossen US-Tech-Titel gefallen. Denis Oevermann, Investment Analyst & Crypto Researcher bei Bitcoin Suisse, weist jedoch darauf hin, dass eine tiefere Volatilität auch das Aufwärtspotenzial reduziere.

Nach Angaben im Bericht liege der durchschnittliche Kaufpreis des Marktes ebenso wie jener des ETF bei rund 82'000 Dollar. Dadurch bestehe derzeit wenig Motivation, Gewinne zu realisieren.

AngabeWert
Durchschnittlicher Kaufpreis des Marktesrund 82'000 Dollar
Durchschnittlicher Kaufpreis des ETFrund 82'000 Dollar

Infobox: Der Bitcoin-Aufschwung konzentriert sich laut Bitcoin Suisse auf wenige glaubwürdige Krypto-Assets. Die geringere Volatilität wird als Fortschritt, zugleich aber als Begrenzung des Aufwärtspotenzials beschrieben.

Selektion ersetzt breites Altcoin-Wachstum

Der laufende Zyklus sei laut Dominic Weibel dadurch gekennzeichnet, dass der Aufschwung noch nicht in der gesamten Marktbreite angekommen sei. In früheren Zyklen habe die Flut alle Boote angehoben. Heute ersetze die Auswahl einzelner Projekte das universale Altcoin-Beta.

«Aktuell ersetzt Selektion das universale Altcoin Beta», sagte Dominic Weibel laut tippinpoint.ch.

Unverändert sei die tiefe Korrelation von Bitcoin zu den übrigen Anlageklassen, einschliesslich Gold und Immobilien. Bitcoin Suisse beschreibt für den Markt für digitale Vermögenswerte ein mögliches «Goldilocks-Regime» mit milderen Wintern und weniger überhitzten Sommern. Dieses werde von stetiger Adoption und tieferer institutioneller Beteiligung getragen.

Gleichzeitig verliere der traditionelle Anleiheanteil an Diversifikationskraft. Dadurch könne sich Bitcoin vom Satellitenbaustein zu einer zentralen Quelle der Portfolioresilienz entwickeln. Bitcoin könne dabei mehrere Rollen übernehmen: über seine Liquiditätssensitivität im Risikoanteil und über seine monetäre Knappheit im Anleiheanteil.

Infobox: Bitcoin Suisse erwartet einen reiferen Kryptomarkt mit weniger extremen Ausschlägen. Die Auswahl einzelner Assets gewinnt gegenüber einer breiten Altcoin-Rally an Bedeutung.

Musterportfolio verzichtet vollständig auf Anleihen

Im Musterportfolio für Bitcoin-Suisse-Kunden wird vollständig auf Anleihen verzichtet. Als Kryptoanlagen werden vorerst nur Bitcoin und Ethereum vorgeschlagen. Steigende Renditen am Anleihenmarkt spiegelten laut dem Report nicht mehr nur stärkeres Wachstum oder hartnäckige Inflation wider, sondern enthielten zunehmend den Preis wachsender fiskalischer Risiken.

Bitcoin wird im Bericht als «Liquiditätsschwamm» bezeichnet. Nur wenige Vermögenswerte könnten die wachsende globale Liquidität so stark aufnehmen wie Bitcoin.

«Mehr als 20 Millionen Coins sind bereits im Umlauf, was über 95 Prozent des finalen Angebots von 21 Mio. entspricht», erklärt der Report laut tippinpoint.ch.

Die verbleibenden Coins gelangten über mehr als ein weiteres Jahrhundert immer langsamer in Umlauf. Gleichzeitig sinke das jährliche Angebotswachstum mit jedem Halving weiter. Bitcoin Suisse unterscheidet Bitcoin und Gold bei der Knappheit: Gold sei knapp, weil zusätzliche Produktion schwierig sei. Bitcoin sei knapp, weil eine höhere Produktion seiner Geldpolitik widerspreche.

AngabeWert
Bereits im UmlaufMehr als 20 Millionen Coins
Anteil am finalen Angebotüber 95 Prozent
Finales Angebot21 Mio.
Zeitraum für die Ausgabe der verbleibenden Coinsüber mehr als ein weiteres Jahrhundert

Infobox: Das Musterportfolio von Bitcoin Suisse enthält keine Anleihen und setzt bei den Kryptoanlagen zunächst auf Bitcoin und Ethereum. Die Knappheit von Bitcoin wird mit seiner festgelegten Geldpolitik begründet.

Ethereum bleibt hinter den Erwartungen zurück

Ethereum könne als passiver Profiteur von Trends wie Tokenisation, Stablecoins und dezentralen Marktplätzen betrachtet werden. Der entsprechende Effekt habe sich bislang jedoch noch nicht gezeigt, sagte Weibel laut dem Bericht.

Der Markt wolle zunächst konkrete Belege dafür sehen, welche Anwendungen und Layer-2-Lösungen sich durchsetzen. Damit bleibt laut Bitcoin Suisse offen, in welchem Umfang Ethereum aus diesen Entwicklungen einen nachhaltigen wirtschaftlichen Nutzen ableiten kann.

Infobox: Ethereum wird mit wichtigen Entwicklungen im Kryptomarkt in Verbindung gebracht, doch deren Wirkung ist laut Bitcoin Suisse bisher noch nicht sichtbar.

Hyperliquid als Beispiel für die Dynamik im Altcoin-Markt

Auf die Frage nach Altcoins mit hohem Potenzial nannte Dominic Weibel Hyperliquid. Der «economic token» schütte bis zu 95 Prozent der Einnahmen aus.

Hyperliquid stehe zugleich für die Kurzlebigkeit des Kryptomarktes. Innerhalb von anderthalb Jahren habe der dezentrale Handelsplatz, der vor allem als Prognosemarkt genutzt werde, den bisherigen Marktführer Uniswap abgelöst und sei in die zehn grössten Kryptowerte vorgestossen.

AngabeWert
Ausschüttung der Einnahmen bei Hyperliquidbis zu 95 Prozent
Zeitraum bis zur Ablösung von Uniswapanderthalb Jahren
Position von Hyperliquidin die zehn grössten Kryptowerte vorgestossen

Infobox: Hyperliquid wird als aussichtsreicher Altcoin genannt und zugleich als Beispiel für die schnelle Verschiebung der Kräfte im Kryptomarkt beschrieben.

Sources: