Bitcoin-Mining unter Druck: Hashprice erholt sich, Streitfälle nehmen zu

Autor: Mining Provider Editorial Staff

Veröffentlicht:

Kategorie: News

Zusammenfassung: Tether ended its Uruguay Bitcoin-mining project after an energy dispute, while miners gained temporary relief from a 20.41% hashprice rise. A legal battle also involves 127,271 seized Bitcoin allegedly linked to fraud and money laundering.

Bitcoin-Mining zwischen Erholung, Standortproblemen und milliardenschweren Rechtsstreitigkeiten

Bitcoin-Mining in Uruguay beendet: Tether soll 120 Millionen US-Dollar verloren haben

Der Stablecoin-Emittent Tether hat sein Bitcoin-Mining-Projekt in Uruguay eingestellt. Nach Darstellung von 99Bitcoins, die sich auf eine Reuters-Recherche beruft, eskalierte zuvor ein Streit mit dem staatlichen Stromversorger UTE über die vertraglich zugesicherte Strommenge.

Uruguay war laut dem Bericht als erster Schritt und Teststandort für weitere Mining-Pläne in Südamerika vorgesehen. Tether soll nach Einschätzung eines ehemaligen Vertragspartners rund 60 Millionen US-Dollar in jeden der beiden Mining-Standorte im Departement Florida investiert haben.

Der zentrale Konflikt betraf die Auslegung einer Vertragsklausel. Tether verstand die vereinbarte Strommenge als Mindestwert, während UTE dieselbe Menge als feste Obergrenze interpretierte.

Mit dem steigenden Strombedarf der Mining-Anlagen verschärfte sich die Situation. Laut einem ehemaligen Vertragspartner stand an den Standorten zeitweise über mehrere Tage nicht ausreichend Strom zur Verfügung.

Im März 2025 übernahm eine linksgerichtete Regierung in Uruguay die Amtsgeschäfte und besetzte die Führung von UTE neu. Ein ehemaliger Vertragspartner berichtete Reuters, die neue Leitung habe bei der angestrebten Neuverhandlung des Energievertrags eine härtere Linie verfolgt.

Im Mai 2025 stellte Microfin die Stromzahlungen ein und teilte UTE im Juni 2025 mit, die Verträge beenden zu wollen. Ein Memorandum sowie neue Vertragstexte wurden vom UTE-Vorstand gebilligt, doch Tether-Vertreter erschienen laut den von Reuters eingesehenen Sitzungsprotokollen nicht zur Unterzeichnung.

Am 25. Juli 2025 kappte UTE die Stromversorgung an beiden Standorten. Am 25. November informierte Tether die Arbeitsbehörden über die geplante Betriebseinstellung und den Abbau des Großteils der Belegschaft. Microfin beglich die offenen Rechnungen im Dezember, wie UTE Reuters mitteilte.

Die Reuters-Recherche beziffert die Kosten des gescheiterten Vorhabens auf schätzungsweise 120 Millionen US-Dollar. Als Gründe für den steigenden Druck auf das Mining nennt der Bericht die Halbierung der Bitcoin-Belohnung im April 2024 sowie einen deutlichen Rückgang des Bitcoin-Kurses gegenüber einem Hoch im Jahr 2025.

Nach Einschätzung des Mining-Experten Nicolas Ribeiro seien Uruguays zuverlässiges Stromnetz und die gute Internetanbindung besser für KI-Rechenzentren geeignet als für Bitcoin-Mining. Uruguay verfüge zwar über einen hohen Anteil erneuerbarer Energien, die Stromkosten seien jedoch relativ hoch.

„Die Infrastruktur könne vergleichsweise leicht an einem anderen Ort wieder aufgebaut werden“, wird Pete Howson, Assistenzprofessor an der Northumbria University, von Reuters eingeordnet.

Für Tether sollte Uruguay laut einem ehemaligen Vertragspartner als Teststandort vor möglichen größeren Märkten wie Brasilien, Paraguay und Argentinien dienen. Tether hat inzwischen Investitionen in Bitcoin-Mining und Plattformen in Brasilien angekündigt.

Infobox – 99Bitcoins:

Hashprice steigt um 20,41 Prozent und verbessert kurzfristig die Einnahmen der Miner

Der Bitcoin-Hashprice ist innerhalb von vier Tagen um 20,41 Prozent gestiegen und hat damit ein Niveau erreicht, das zuletzt im Mai zu beobachten war. Cryptonews berichtet, dass Miner dadurch wieder höhere Einnahmen pro Recheneinheit erzielen, nachdem enge Margen den Sektor über Monate belastet hatten.

Laut Daten des Hashrate Index kletterte der Hashprice von 31,80 Dollar pro Petahash pro Sekunde (PH/s) am 18. August auf 38,29 Dollar am 22. August. Der Hashprice beschreibt den Umsatz, den ein Miner aus einer bestimmten Menge Rechenleistung erzielen kann.

WertAngabe
Hashprice am 18. August31,80 Dollar pro PH/s
Hashprice am 22. August38,29 Dollar pro PH/s
Anstieg innerhalb von vier Tagen20,41 Prozent

Bei den aktuellen Werten erwirtschaftet ein Bitmain Antminer S23 Hydro 3U mit 1,16 PH/s einen geschätzten Tagesgewinn von 17,86 Dollar bei Stromkosten von 0,10 Dollar pro Kilowattstunde. Der Sealminer A4 Ultra Hydro von Bitdeer mit 886 TH/s kommt unter denselben Bedingungen auf rund 13,75 Dollar täglich.

Bei niedrigeren Stromkosten erzielen laut den vorliegenden Schätzungen auch ASIC-Maschinen von MicroBT und Canaan konstante Gewinne. Die Profitabilität kann sich jedoch rasch verändern, da unter anderem Bitcoin-Preis, Mining-Schwierigkeit und Hashprice die Ergebnisse beeinflussen.

Auch die Difficulty entwickelte sich zum Stichtag zugunsten der Miner. Die Blockzeiten lagen bei 10 Minuten und 5 Sekunden und damit leicht über dem Zehn-Minuten-Durchschnitt. Bei diesem Tempo wurde für den 22. August eine Senkung der Difficulty um rund einen Prozentpunkt erwartet.

Am 22. August stellten 133 Pools unterschiedlicher Größe Hashrate für das Bitcoin-Netzwerk bereit. Foundry USA führte mit 214,73 EH/s, gefolgt von Antpool mit 156,17 EH/s und F2pool mit 110,62 EH/s. ViaBTC lag mit 91,02 EH/s auf Platz vier, während sich Secpool und Spiderpool mit jeweils rund 65,07 EH/s den fünften Platz teilten.

Mining-PoolHashrate
Foundry USA214,73 EH/s
Antpool156,17 EH/s
F2pool110,62 EH/s
ViaBTC91,02 EH/s
Secpoolrund 65,07 EH/s
Spiderpoolrund 65,07 EH/s

Die gesamte Netzwerk-Hashrate lag bei rund 922 EH/s. Damit rückte die Marke von einem Zettahash näher, nachdem die Rechenleistung zuvor unter 900 EH/s geblieben war.

Trotz des Hashprice-Anstiegs lagen die August-Umsätze der Miner laut newhedge.io noch hinter dem Juli-Ergebnis. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten Bitcoin-Miner im August 682,69 Millionen Dollar aus Blocksubventionen und Gebühren eingenommen, davon 5,14 Millionen Dollar aus Transaktionsgebühren.

Im Juli hatten die Miner insgesamt 875 Millionen Dollar eingenommen. Den Minern blieb zum betrachteten Zeitpunkt noch etwa eine Woche, um den Abstand zu diesem Wert zu verringern.

Cryptonews ordnet den Anstieg als kurzfristige Entlastung ein. Seit dem Allzeithoch von etwas mehr als 126.000 Dollar im Oktober 2025 hatte der Bärenmarkt die Mining-Branche belastet; ob die verbesserten Bedingungen anhalten, blieb offen.

Infobox – Cryptonews:

Mehr als 127.000 Bitcoin im Zentrum eines neuen Rechtsstreits

Mehrere Tausend Terroropfer und Angehörige beanspruchen 127.271 Bitcoin, die die US-Regierung im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Betrugsnetzwerk des chinesischen Geschäftsmanns Chen Zhi beschlagnahmt hat. Blocktrainer berichtet, die Kläger argumentierten, dass die Bitcoin letztlich dem Iran zuzurechnen seien und zur Begleichung milliardenschwerer Schadenersatzurteile herangezogen werden müssten.

Im August 2025 wurde bekannt, dass der damals bedeutende Mining-Pool LuBian Ende 2020 offenbar Opfer des bislang größten bekannten Bitcoin-Diebstahls geworden war. Ein Angreifer soll aufgrund einer Schwachstelle bei der Generierung privater Schlüssel 127.271 BTC entwendet haben.

Später enttarnte das US-Justizministerium das globale Betrugsnetzwerk von Chen Zhi und der Prince Holding Group und legte dessen Verbindung zu LuBian offen. Laut den Ermittlungen konnten über den Mining-Pool neu geschürfte Bitcoin mit illegalen Geldern vermischt und auf diese Weise kriminelle Erlöse gewaschen werden.

Den US-Ermittlern gelang es, die mutmaßlich aus den Betrugs- und Geldwäscheaktivitäten von Chen Zhi stammenden Bitcoin unter ihre Kontrolle zu bringen. Ungeklärt ist laut Blocktrainer jedoch weiterhin, wie die US-Regierung in den Besitz der Private Keys gelangte.

Das US-Justizministerium strebt wegen der mutmaßlich kriminellen Herkunft der Vermögenswerte die vollständige Einziehung zugunsten der Vereinigten Staaten an. Über den Einziehungsantrag soll ein Gericht in einem Forfeiture-Verfahren entscheiden, in dem auch die Entschädigung der Betrugsopfer berücksichtigt werden dürfte.

Terroropfer verweisen auf eine Verbindung zum Iran

Zu den Anspruchstellern gehören Betroffene verschiedener Terroranschläge und Entführungen, die nach Feststellungen von US-Gerichten vom iranischen Regime unterstützt wurden. Am 26. Dezember 2025 reichte zunächst eine Gruppe um Noala Fritz, deren Sohn im Irak getötet wurde, Klage gegen LuBian ein.

Die Kläger vertreten Angehörige und Opfer verschiedener vom Iran unterstützter Anschläge der letzten Jahrzehnte, jedoch nicht der Anschläge vom 11. September 2001. Sie verfügen über gerichtlich zugesprochene Entschädigungsansprüche gegenüber dem Iran in Höhe von insgesamt 23,2 Milliarden US-Dollar.

Die Fritz-Klage behauptet, dass ein unbekannter „Whitehat“ LuBian gehackt und die Private Keys später an das FBI übergeben habe. Nach Ansicht der Kläger gehörten die betroffenen Wallets LuBian, während das US-Justizministerium die Bitcoin vor allem Chen Zhi und dessen mutmaßlichen Geldwäscheaktivitäten zuschreibt.

Nach Darstellung der Fritz-Gruppe war LuBian der Mining-Pool der Iran and China Investment Development Group. Dabei soll es sich um eine iranische Gesellschaft mit chinesischer Beteiligung gehandelt haben, die eng mit iranischen Behörden zusammengearbeitet haben soll.

Die Gesellschaft soll gemeinsam mit der iranischen Regierung in Rafsanjan eine große Mining-Anlage betrieben und damit iranische Energie in Bitcoin umgewandelt haben, um die Umgehung von US-Sanktionen zu unterstützen. Mindestens 11.000 BTC sollen sich laut der Klage auf das Mining im Iran zurückführen lassen.

Die Kläger betrachten die Vermögenswerte der Iran-China-Group als pfändbares iranisches Vermögen. Sie streben deshalb die Pfändung des gesamten Bestands von 127.271 BTC an und berufen sich dabei auf den Terrorism Risk Insurance Act.

9/11-Kläger fordern Zugriff oder Übertragung in einen Opferfonds

Wenige Wochen später folgten weitere Anspruchsteller, die Opfer und Angehörige der Terroranschläge vom 11. September 2001 vertreten. Ein US-Gericht hatte den Iran Berichten zufolge bereits vor rund 15 Jahren wegen dessen Unterstützung für al-Qaida im Zusammenhang mit den Anschlägen haftbar gemacht.

Den Klägern wurden Schadenersatzsummen von mehr als 140 Milliarden US-Dollar zugesprochen. Die Gruppe der 9/11-Kläger ist inzwischen auf mehr als 12.000 Personen angewachsen und verfügt nach eigenen Angaben über Schadenersatzurteile gegen die Islamische Republik Iran in Höhe von insgesamt rund 93,7 Milliarden US-Dollar zuzüglich Zinsen.

In einer am 21. August 2026 eingereichten Stellungnahme griff die Gruppe die Argumentation der Fritz-Gruppe auf. Demnach sei LuBian der „Krypto-Mining-Pool und die Fassade der Iran-China-Group“ gewesen.

Die Kläger behaupten außerdem, bei der Gesellschaft habe es sich um ein Joint Venture zwischen den Beschuldigten und den iranischen Revolutionsgarden gehandelt. Der US-Regierung werfen sie vor, wesentliche Informationen über die Verbindungen zwischen den beschlagnahmten Kryptowährungen und der Islamischen Republik Iran ausgelassen zu haben.

Die Stellungnahme beziffert die Anzahl der Bitcoin, die sich direkt auf das Mining in der Anlage in Rafsanjan zurückführen lassen sollen, auf mindestens 11.166,51 BTC. Die US-Ermittler nannten im Einziehungsantrag eine ähnliche Größenordnung: Zwischen April und Dezember 2020 seien insgesamt 11.115,83 neu geschürfte BTC direkt an eine LuBian zugeordnete Adresse geflossen.

Da nach Darstellung der Kläger sämtliche 127.271 BTC Teil der Pool-Reserve der Iran-China-Group gewesen seien, erhebt auch die 9/11-Gruppe Anspruch auf den gesamten Bestand. Sie fordert, die Bitcoin aus der Verwahrung der US-Regierung freizugeben und zur Vollstreckung ihrer Urteile zu überlassen.

Falls ein direkter Zugriff nicht gewährt wird, sollen die Vermögenswerte nach Auffassung der Kläger alternativ in den „United States Victims of State Sponsored Terrorism Fund“ fließen.

US-Regierung, Chen Zhi und Terroropfer beanspruchen denselben Bestand

Der Rechtsstreit konzentriert sich damit auf die Frage, wem die 127.271 Bitcoin rechtlich zuzurechnen sind. Die US-Regierung betrachtet sie als Erlöse und Instrumente des mutmaßlichen Betrugs- und Geldwäschesystems von Chen Zhi und strebt ihre vollständige Einziehung an.

Chen Zhi beziehungsweise seine Vertreter beanspruchen die Vermögenswerte ebenfalls und verlangen ihre Herausgabe durch die US-Regierung. Mehrere Gruppen von Terroropfern rechnen die Bitcoin hingegen der Iran-China-Group und damit letztlich dem Iran zu.

Sollten die Bitcoin endgültig den USA zufallen und nicht anderweitig benötigt werden, könnten sie grundsätzlich für die strategische Bitcoin-Reserve relevant werden. Die entsprechende Executive Order von Donald Trump sieht ausdrücklich vor, die Reserve mit beschlagnahmten Bitcoin aufzufüllen, allerdings nur, wenn diese nicht für gesetzliche Verpflichtungen oder die Entschädigung identifizierbarer Betrugsopfer benötigt werden.

Das zuständige Bundesgericht in New York muss nun klären, wie die Bitcoin rechtlich zuzuordnen sind und ob der Bestand an Terroropfer, andere Anspruchsteller oder letztlich an die US-Regierung fließt.

Infobox – Blocktrainer:

Mining Americas: Aktie steigt um 10% nach Verzicht auf Hedging

Die Aktie von Mining Americas verzeichnete laut Börse Express am Montag einen Wertzuwachs von 10%. Als Hintergrund nennt der Bericht die Entscheidung des Unternehmens, sämtliche Beschränkungen durch Gold-Hedging-Geschäfte aufzuheben.

Die Konzernleitung reagiert damit auf ein Marktumfeld, in dem der Goldpreis derzeit bei rund 4.500 US-Dollar pro Unze notiert. Durch den Verzicht auf künftige Preisabsicherungen ist der Produzent vollständig an der Entwicklung des Spotpreises beteiligt.

Am Montag der Vorwoche legte das Management außerdem die Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 vor. Laut Unternehmensangaben erzielte der Konzern einen Umsatz von 32,6 Millionen US-Dollar und ein bereinigtes Nettoeinkommen von 6,5 Millionen US-Dollar.

Das bereinigte Nettoeinkommen entsprach 0,06 US-Dollar je Aktie. Der Bericht nennt außerdem die Bestätigung der Produktionsziele für 2026 sowie den vollzogenen Börsenwechsel zur TSX.

Infobox – Börse Express:

CoinShares Bitcoin Mining UCITS ETF: Investing.com Deutsch führt Analysebereich

Investing.com Deutsch führt den CoinShares Bitcoin Mining UCITS ETF USD Acc unter der Bezeichnung A42789. Der Analysebereich umfasst unter anderem die Rubriken Übersicht, Positionen und Historische Daten.

Darüber hinaus weist die Quelle Bereiche für Nachrichten, Analysen und Meinungen sowie technische Analysen, Candlestick-Muster und ein Forum mit aktuellen Einschätzungen aus. Konkrete Kurs-, Rendite- oder Positionsdaten enthält der übermittelte Inhalt nicht.

Infobox – Investing.com Deutsch:

Sources: